physiosail

physiosail ist die weltweit einzige wissenschaftlich fundierte Segeltherapie, die Menschen mit Behinderung bei ihrer aktiven und selbstbestimmten Teilhabe am Leben unterstützen möchte.

physiosail hat einerseits eine therapeutische Ausrichtung und andererseits bietet physiosail den Zugang zu einer spannenden Freizeitaktivität bis hin zum Leistungssport.

physiosail wurde von der Physiotherapeutin Christina Groll im Jahr 2010 gegründet und wird seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Die Idee von physiosail im Sinne einer spielerisch-sportlichen Bewegungstherapie, bei der eine Freizeitbeschäftigung wie das Segeln therapeutisch genutzt wird, ist in Deutschland einmalig. Der innovative Ansatz basiert sowohl auf der Physiotherapie, hier insbesondere dem Bobath-Konzept, als auch auf Grundlagen der Sportpädagogik. In ihrer Doktorarbeit an der Universität Osnabrück hat Christina Groll die spielerisch-sportliche Bewegungstherapie (weiter)entwickelt und die Wirkung von physiosail wissenschaftlich erforscht.

Zurzeit wird die physiosail-Segeltherapie von physiotherapie Christina Groll in Kooperation mit dem gemeinnützigen Verein zur Förderung der Segeltherapie e.V. in dem Segel Club Münster (SCM) angeboten. Da Angebot finanziert sich ausschließlich über Spendengelder, so, dass für die Teilnehmenden keine Kursgebühren anfallen. Allerdings müssen die Teilnehmenden Mitglied in den beiden Vereinen sein, die jedoch besonders günstige Konditionen für Menschen mit Behinderung bieten.

Der Aasee in Münster zeichnet sich als Revier durch seine zentrale Lage und barrierefreie Gestaltung der Uferanlagen aus. Die Aasee-Terrassen sowie der Segel Club Münster sind komplett rollstuhlgerecht angelegt, es gibt barrierefreie Toiletten, Rollstuhlparkplätze sowie gute Anbindung an ÖPNV und barrierefreie Unterkünfte in unmittelbarer Nähe.

physiosail – Segeltherapie

physiosail ist eine Segeltherapie, wobei das Segeln als Basis für physiotherapeutische Behandlungen genutzt wird. Viele Menschen mit (körperlichen) Beeinträchtigungen sind häufig zeitlebens auf Therapien wie beispielsweise Physiotherapie angewiesen, um ihre Situation zu verbessern, den Status Quo zu halten oder Verschlimmerungen und Nebenerkrankungen zu vermeiden oder zu verzögern. Dies birgt unter anderem das Risiko der Motivationsschwierigkeiten, insbesondere wenn der Zustand auf Grund der Krankheits-Charakteristika nicht verbessert werden kann. Um langfristige Therapieerfolge zu erzielen, empfiehlt es sich eine alltags- und freizeitbezogene Therapieform zu wählen, die außerhalb des klassischen Settings stattfindet. Das spezielle segeltherapeutische Angebot ist immer eine Eins-zu-Eins-Betreuung und findet in Form von Einzelstunden oder einem einwöchigen Kurs statt.

 

Segeln als Freizeitaktivität – Inklusion

Von der Therapie zur Freizeitaktivität – professionell unterstützt natürlich. Den Teilnehmenden des physiosail-Freizeitangebotes ist fachmännische Anleitung durch physiosail-Therapeuten besonders wichtig. Vielen Teilnehmenden gibt es ein Gefühl von Sicherheit, da durch die anleitenden Personen durch ihre Fachkompetenz nicht nur die Beeinträchtigungen, sondern auch die zur Verfügung stehenden Ressourcen richtig eingeschätzten können. Beispielsweise können Therapeuten beim Ein- und Aussteigen gezielte Hilfestellungen bieten, bei der Erarbeitung von Coping Strategien unterstützen und zudem darauf achten, dass das Segeln keine nachteiligen Auswirkungen hat. Bei dem physiosail-Freizeitangeboten geht es ebenso wie bei der physiosail-Segeltherapie darum, die Bedingungen zu einfach zu gestalten, dass die teilnehmende Person möglichst selbstständig segeln kann. Gleichzeitig soll das Segeln jedoch auch so anspruchsvoll sein, dass unbewusst Fähigkeiten trainiert und verbessert werden.

Die Segeltherapie kann nicht nur Einstieg in den Freizeitsport, sondern auch in den Leistungssport sein. Bei Segel-Wettkämpfen können Menschen mit und ohne Behinderung miteinander konkurrieren, da körperliche Einschränkungen durch Anpassungen des Bootes ausgeglichen werden können.