Medical Flossing

Als das Medical Flossing vor wenigen Jahren erstmalig in der physiotherapeutischen Fachliteratur beschrieben wurde, war ich (ähnlich wie beim Kinesio-Tape) sehr skeptisch. Dennoch habe ich kurz vor meinem Einsatz bei den Paralympics in Rio eine Fortbildung dazu besucht und die Methode mittlerweile sehr schätzen gelernt.

Beim Medical Flossing wird die zu behandelnde Körperstelle sehr stramm mit einem speziellen ca. 5cm breiten Gummiband umwickelt und dann bewegt. Die Anlage des Flossing-Bandes verbleibt i.d.R. nur wenige Minuten am Körper. Unter dieser Kompression werden die Mechanorezeptoren stimuliert und überlagern die Schmerzrezeptoren. Außerdem wird das Gewebe wie ein Schwamm ausgedrückt und nachdem das Flossing-Band gelöst wird, kann neue, frische Gewebsflüssigkeit eingeleitet werden. Ein weiterer und sehr relevanterer Aspekt ist, dass beim Medical Flossing Verklebungen im Bindegewebe gelöst werden. Da das Medical Flossing keine schmerzarme Behandlungsmethode ist, wird es nur nach Aufklärung und unter Rücksprache mit dem Patienten angewendet. Die Wirkung des Medical Flossing hat mich jedoch schon oft sehr positiv überrascht. Wie fast alle physiotherapeutischen Techniken ist auch das Medical Flossing nebenwirkungsarm und ein möglicher Schmerz sofort vorbei, wenn die Anlage gelöst wird. Es kann bei muskuloskeletallen Beschwerden oder Narbenbehandlungen ebenso gut eingsetzt werden wie zur Unterstützung der Regeneration nach dem Sport.