Faszienbehandlung

Die Faszienbehandlung ist keine eigene Fachrichtung der Physiotherapie, sondern ein Sammelbegriff für Behandlungstechniken, die darauf abzielen Verklebungen im Bindegewebe zu lösen. Lange Zeit wurde das Bindegewebe in der Medizin als mehr oder weniger bedeutungsloses Füllgewebe angesehen. In den letzten Jahren wurden in zahlreichen Studien jedoch die Funktionsweisen und die wichtige Bedeutung der Faszien aufgezeigt. Auch wenn früher keine expliziten Kenntnisse darüber vorhanden waren, dass Faszien aktiven Anteil an Bewegungen haben und verantwortlich für Schmerzen sein können, war die Behandlung dieser Strukturen immer schon Bestandteil physiotherapeutischer Interventionen.

Faszien werden umgangssprachlich auch als Bindegewebe bezeichnet, wobei in unterschiedliche Arten von Faszien unterschieden werden kann. Übergreifend kann man sie vereinfacht als Gewebefasern beschreiben, die unseren ganzen Körper durchziehen und der Aufrechterhaltung der Körperspannung dienen. Sie sorgen einersiets dafür, dass alles im Körper „an seinem Platz“ und stabil bleibt. Andererseits funktionieren sie auch als Gleitschicht und ermöglichen, dass sich Muskeln und Organe gegeneinander verschieben können.

Als Beispiel für die stabilisierende Funktion der Faszien kann man eine Orange betrachten. Die Faszien sind die weiße Haut der Orange, durch die die einzelnen Kammern mit Fruchtfleisch entstehen. Das Fruchtfleisch sind dann zum Beispiel die Muskeln. Die Schale der Orange ist in diesem Beispiel die menschliche Haut, die ganz außen liegt.