Christina Groll wurde mit Wissenschaftspreis geehrt

Im Dezember letzten Jahres habe ich erfolgreich meine Doktorarbeit an der Universität Osnabrück mit “sehr gut” verteidigt. Noch im selben Monat habe ich meine Arbeit für den Wissenschaftspreis der Vereinigung der Bobath-Therapeuten Deutschlands e.V. eingereicht.

Überblick über die Arbeit

Meine Dissertation mit dem Titel „Kompetenzbildung bei Menschen mit Behinderung – Probleme und Perspektiven der Konzeption und Evaluation einer innovationsbezogenen Position spielerisch- sportlicher Bewegungstherapie im Schnittfeld von Physiotherapie und Sportpädagogik“ ist an der Schnittstelle mehrerer Disziplinen einzuordnen. Das Ziel der Arbeit bestand in der Konzeptionierung eines innovativen Ansatzes spielerisch-sportlicher Bewegungstherapie, der sowohl sportpädagogische Elemente als auch physiotherapeutische Theoriemodelle und Praxiskonzepte berücksichtigt.

Im Fortgang meiner Dissertation habe ich die Stärken verschiedener Ansätze in der Konzeption spielerisch-sportliche-Bewegungstherapie vereint sowie am Beispiel Segeln konkretisiert und qualitativ evaluiert. Ich konnte damit das Potential und die Relevanz der Bobath-Therapie als Konzept sowie die Notwendigkeit der Anleitung durch Bobath-Therapeuten bei Aktivitäten aus dem Bereich Spiel, Sport und Bewegung deutlich machen.

Aufbauend auf den Arbeiten von Ritter et al. konnte ich in meiner Arbeit aufzeigen, dass das Bobath-Konzept bereits wichtige erziehungswissenschaftliche Elemente beinhaltet. Es ist weit mehr als eine therapeutische Behandlungsmethode. Auch habe ich eine Möglichkeit aufgezeigt, wie die Bobath-Therapie weiterentwickelt werden könnte, um die Patienten mit neurologischen Erkrankungen bei der Entwicklung zum handlungsfähigen, selbstbestimmten Menschen zu unterstützen. Die Handlungsorientierung ist bereits im Bobath-Konzept verankert, der Wirksamkeitsnachweis diesbezüglich jedoch häufig schwierig. Mit dem in meiner Arbeit entwickelten Konstrukt der Kompetenzbildung als Zieldimension könnte eine Grundlage geschaffen werden, um die Komplexität des Bobath-Konzepts für die Praxis und auch für zukünftige Forschung operationalisierbar zu machen.

In meiner Dissertation ist es mir gelungen, das in der Praxis schon umgesetzte Konzept der physiosail-Segeltherapie theoretisch zu fundieren. Dieses wurde bereits 2015 auf der Bobath-Fortbildungstagung mit dem Poster-Preis gewürdigt. Auch konnte ich vorhandene Stärken ebenso wie Potentiale des Bobath-Konzepts aufzeigen und eine mögliche Zieldimension für weitere Entwicklungen darbieten.

Auszeichnung mit dem Wissenschaftspreis

2. Wissenschaftspreis der Bobath-VereinigungAnfang Mai war es dann soweit: meine Promotion wurde mit dem 2. Wissenschaftspreis der Bobath-Vereinigung geehrt! Die derartige Würdigung meiner langjährigen Arbeit hat mich ebenso gefreut und mit Stolz erfüllt wie das Lob und der Zuspruch älterer Bobath-Kolleginnen, auf deren Arbeiten ich mich in meiner Dissertation bereits stützen durfte.