Bobath

Das Bobath-Konzept ist ein spezielles Behandlungskonzept für Patienten mit neurologischen Erkrankungen, beispielsweise zerebrale Bewegungsstörungen, sensomotorische Störungen und neuromuskuläre Erkrankungen wie Schlaganfall, Multiple Sklerose, intrazerebrale Blutung, Schädel-Hirn-Trauma, Erkrankungen des Rückenmarks, Enzephalitis, Hirntumoren, Morbus Parkinson und periphere Nervenschädigungen. Das Bobath-Konzept basiert einerseits auf neurophysiologischer Grundlage, geht andererseits aber von einem Ansatz aus, der den Menschen in seiner ganzen Persönlichkeit einbezieht. Dies bedingt eine enge Zusammenarbeit sowohl der beteiligten Fachdisziplinen untereinander als auch mit den Angehörigen und den Betroffenen selbst. Ein wesentliches Ziel der Therapie ist dabei die größtmögliche Selbstständigkeit des Patienten.

Auch bei chronischen SchmerzpatientInnen bzw. bei Menschen, die seit länger als sechs Wochen Beschwerden haben, findet das Bobath-Konzept Anwendung. Denn bereits nach dieser relativ kurzen Zeit finden Veränderungen im Gehirn statt, Bewegungsabläufe werden anders abgespeichert und Schonhaltungen sowie Ausweichbewegungen manifestieren sich. Diese „falsch“ abgespeicherten Bewegungsmuster müssen neu programmiert werden, was nach denselben therapeutischen Prinzipien stattfindet wie das Bewegungslernen zum Beispiel nach einem Schlaganfall. Die Fortschritte sind jedoch um einiges schneller, da keine Hirnschädigung vorliegt. Das „Antrainieren“ der „richtigen“ Bewegungsmuster kann daher schon innerhalb einer Stunde Erfolge zeigen.